Schöne Feiertage!

Das Jahr 2016 steht kurz vor dem Aus. Für meine Selbstständigkeit als Freier Lektor gilt das glücklicherweise nicht. Das erste Jahr war spannend, lehrreich und hat mir gezeigt, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die Blogeinträge sind zum Ende hin spärlicher geworden. In diesem Fall ein gutes Zeichen: Ich komme kaum dazu, weil mir so viele Kunden ihre Texte anvertrauen. Darum wird der nächste Beitrag zu Apostrophen wohl erst im Januar erscheinen.

Ich wünsche auf diesem Weg allen, die ich nicht mehr persönlich erreiche, ein entspanntes, besinnliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und eine erholsame Ferienzeit.

Ab dem 4. Januar widme ich mich dann wieder Texten, Fehlern, Blogs und Websites.

Gewinnspielsieger und Fehlerlese

Die Gewinner sind gezogen! All diejenigen, denen das Losglück nicht hold war, können sich damit trösten, dass ich für den moses. Verlag momentan ein weiteres Quizkartenspiel lektoriere. Und neue Beiträge gibt es natürlich auch.

Manchmal sieht man Fehler auf den ersten Blick – auch im Supermarkt. Diesmal habe ich Vertreter aus den Bereichen Grammatik und Kontext zu bieten.

Alles Käse?

Biohersteller werben damit, sich besondere Mühe mit ihren Produkten zu geben. Das stimmt sicher auch. Mit der Grammatik hapert es allerdings ein wenig auf dieser Käseverpackung, auf die ich wohl erst durch den großen, roten Rabattpunkt aufmerksam geworden bin. In einer Art Checkliste zählt der Hersteller auf, was an seinem Produkt so gut ist:

  • würzig & aromatisch im Geschmack
  • mit Bergblumensud gepflegter Rinde*
  • mit mikrobiellem Lab hergestellt

Eine Packung Biokäse mit grammatisch falschem Aufdruck.

Das Sternchen markiert den Fehler. Damit die Formulierung in dieser Form richtig wäre, müsste man ein zweites „mit“ einfügen. Oder man schreibt: mit Bergblumensud gepflegte Rinde. Wenn man einmal eingreift, sollte man allerdings ohnehin etwas Ordnung in die Aufzählung bringen. Am besten wäre dabei: Rinde mit Bergblumensud gepflegt. Zwar beziehen sich alle Punkte auf etwas Übergeordnetes, durch die Rinde in der Mitte bleibt es aber eine etwas unrunde Angelegenheit. Also erwähnt man sie am besten gleich am Anfang. Unrund wirkt übrigens auch der Einsatz des Wörtchens „Bio“. Es kann nämlich ganz normal mit anderen Wörtern verkuppelt werden, dafür braucht es keinen Bindestrich. Und wenn man nicht verzichten will, muss es einheitlich sein: Der Bindestrich beim Bio Bergblumenkäse* wird durch den Umbruch keinesfalls überflüssig.

Wunschträume

Werbung und Marken sollen in den Köpfen der Verbraucher Bilder entstehen lassen. Im Falle der Edeka-Mango geht es dabei ganz weit weg – in die Regionen, in denen man sich die Frucht in stickiger, feuchter Schwüle vorstellt. Mit der Machete arbeitet man sich vor, schlägt einen Weg durch das Gestrüpp und steht … mitten in einem Glasgewächshaus. Aus der Tropentraum. Die Sonne lacht in Spanien. Hätten das mal Joseph Conrad gewusst oder Werner Herzog: „Heart of Darkness“ mitten in Europa, und mit „Fitzcarraldo“ wäre es auch einfacher gewesen.
Manche Marken existieren nicht überzeitlich, sondern sollten auch schon in der Planung daraufhin geprüft werden, in welchen Kontexten sie vielleicht unpassend oder im schlimmsten Falle unwahr wirken könnten.

Eine "Tropenmango" aus Spanien, hier stimmt der Kontext nicht..

Der guten Ordnung halber zum Schluss: Gewonnen haben beim Gewinnspiel A. Schmidt und M. Weyrauch.

Kolumnen-Lesung am 22.07.

Ich lese nächste Woche Freitag im Lokal “Zum Stammtisch” ein bisschen was vor. Kolumnen, die in den metamorphosen erschienen sind, aber auch die unveröffentlichte Erstkolumne und vorab schon die der nächsten Ausgabe. Wer also mal am Lektor vorbei auf den Autor Wöllecke schauen und meine Texte hören will, der ist, mit und ohne Bierdurst, sehr gut im Stammtisch aufgehoben. (Am besten mit Bierdurst: Bei Passauer Hell und Engelhardt Pilsener wird beinahe jeder glücklich.)

Hier nochmal die Zusammenfassung:

Freitag, 22.07., 20 Uhr, Zum Stammtisch
Bredowstraße 15
10551 Berlin-Moabit

Wöllecke liest, und Moritz Müller-Schwefe, einer der beiden metamorphosen-Herausgeber, erzählt ein bisschen was zum Heft und ist sonst da, um mich mit Bier zu versorgen.