Das war der März

Der März stand ganz im Zeichen der Buchmesse. Insbesondere in der ersten Monatshälfte habe ich Dinge für die edition AZUR erledigt: Die Website- und Terminpflege stand ebenso auf dem Plan wie das Einpflegen von neuen Autoren und Titeln. Auf der Buchmesse selbst war ich dann ebenfalls vor allem für die edition AZUR unterwegs, auch wenn mich in dieser Zeit einige interessante Projektanfragen erreichten, unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz und vom Deutschen Spendenrat.

Beauftragt hat mich die Firma WPK Vertriebsgesellschaft für Werkzeugmaschinen und Systemtechnik mbH. Ich schreibe neue Texte (Startseite und Über-uns-Seite) und prüfe die gesamte Website auf Rechtschreibfehler.

Mit pixartprinting aus Italien habe ich nun einen weiteren europäischen Auftraggeber, nachdem ich ja schon für Quill Content tätig war. Pixartprinting ist eine Druckerei, die im Moment sehr stark an einer forcierten Online-Kommunikation in mehreren europäischen Ländern arbeitet. Für den deutschen Markt unterstütze ich das Unternehmen mit der Recherche für Themen, außerdem werde ich einen Blogartikel über die Designkonferenz TYPO Berlin verfassen (dieses Jahr bin auch wieder im TYPO-Redaktionsteam).

Nicht zuletzt habe ich im März alle Unterlagen für den Steuerberater zusammengesammelt und meine Buchhaltung für das letzte Jahr abgeschlossen. Yeah!

Neuigkeiten vom Schreibtisch: In monatlichen Zusammenfassungen berichte ich über kommende und abgeschlossene Projekte und will so einen kurzen, kompakten Einblick in meine Arbeit bieten.

Leipziger Buchmesse 2018

Wie auch die letzten Jahre können Sie mich auf der Leipziger Buchmesse treffen. Als freier Mitarbeiter der edition AZUR werde ich von heute Nachmittag an bis zum Sonntage die meiste Zeit am Stand G111 in der Halle 5 anzutreffen sein. Dort stehe ich aber auch in meiner Funktion als Lektor für Fragen zur Verfügung. Über nette Gespräche freue ich mich immer, sie machen zum Glück ja auch einen großen Teil der Messe aus.

Total brutal

Versicherungen und die deutsche Sprache haben vielleicht eine Gemeinsamkeit: Es gibt sehr viele Menschen, die nicht viel von ihnen halten; und genauso gibt es einen Kreis eingefleischter Fans. (Wobei die Fangruppen sehr wahrscheinlich unterschiedliche Motive haben. Die meisten Sprachfans werden weniger mit ihrer Zuneigung verdienen als überzeugte Versicherungsvertreter). Ich komme darauf, weil ich bei der Textarbeit heute auf ein Wort gestoßen bin, dass direkt auf der Bruchkante von Versicherungen und Sprache liegt:

Totalentwendung

Das ist schon ein ziemlich brutaler Begriff, wie ich finde. Ich wollte erst automatisch zu Totalentwertung korrigieren, habe dann aber das Wort gesucht. Bei Google ca. 3000 Ergebnisse, es wird also verwendet, hauptsächlich im Kfz-Bereich. Bei Duden keine Treffer. Im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache nicht eigenständig vorhanden, aber ein automatisch generierter Treffer.

Aber was heißt Totalentwendung genau?

Mit einfachen Worten, die in Blobeiträgen dem Kampfbegriff Totalentwendung folgen, wird es greifbar. Nix, niente: Diebstahl, und zwar komplett.

Klar, manchmal wird nur ein Autoradio gestohlen. Aber muss man den Begriff Diebstahl wirklich durch Komplettentwendung ersetzen? Würde Kfz-Diebstahl nicht genauso gut funktionieren? Was mich an solchen Termini immer verwundert ist, wie künstlich, wie technokratisch und kalt sie sind. Ich überlege dann immer, ob man wirklich so sprechen würde. Bei Kaffee und Kuchen sitzend oder am Tresen der Kneipe, ein Nüsschen, eine Salzstange in der Hand: „Unser Auto ist totalentwendet worden. Nicht nur entwendet. Nein, totalentwendet. Stellt euch das mal vor.“ Oder beim Thema Organhandel in den Nachrichten: „Soundsovielmal sind Menschen Organe totalentwendet worden.“

Am Ende einer solchen Gedankenkette bleibe ich lieber aufseiten der Sprachliebhaber. Immerhin verdiene ich als Lektor ja durchaus an meiner Passion. Und dem Kunden lasse ich seine Totalentwendung. Fachausdrücke sind selten schön, aber sollen suggerieren, dass wir einen Experten vor uns haben. Ob es hilft, bleibt dahingestellt – und ist auch nicht Gegenstand einer Korrektur.

Foto: Luke Brugger on Unsplash

Das war der Februar

Bei Spector Books ist das Buch Sieh mich an / Look at me von Sasa Hanten-Schmidt erschienen, das ich in ihrem Auftrag lektorieren durfte.

Auch zwei Rowohlt-Projekte sind auf der Zielgeraden; bei Julius Trögers 1000 Kilometer Deutschland kann man das sogar wörtlich nehmen, denn es geht um eine Bahnfahrt, in deren Verlauf mit gesammelten Daten eine kleine Vermessung der Bundesrepublik erfolgt. Das Buch soll im Juni erscheinen. Madame Moneypenny: Wie Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen können beschreibt schon im Titel, worum es geht. Natascha Wegelin hat ein Buch geschrieben, das erklären und motivieren will, sich als Frau finanziell abzusichern und vernünftig zu wirtschaften – sei es, um sich für die Rente abzusichern, oder, um die nächste Weltreise zu finanzieren. Dieses Buch erscheint im August.

Außerdem wird demnächst ein weiteres Quizspiel kommen, das ich für den moses. Verlag lektoriere. Das letzte Spiel, das ich lektoriert habe, Wer weiß das!?, haben wir im Winterurlaub dem Familienpraxistest unterzogen. Auf jeden Fall eine unterhaltsame Abendbeschäftigung, damit man nicht in den immer gleichen Routinen oder Diskussionen versackt. Und man lernt eine ganze Menge darüber, was die anderen Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Runde so wissen, bzw. natürlich, was man dachte, was sie wüssten …

Neuigkeiten vom Schreibtisch: In monatlichen Zusammenfassungen berichte ich über kommende und abgeschlossene Projekte und will so einen kurzen, kompakten Einblick in meine Arbeit bieten.

Wie schreibt man „ein gesundes neues Jahr“? Groß oder klein?

Das Ende des Jahres rückt unaufhaltsam näher. Wer jetzt an den Grußkarten sitzt, versucht oft, ganz persönliche Wünsche zu übermitteln. Aber an manchen Wendungen kommt man nur schwer vorbei.

Was beim Neujahrsspaziergang mit sektschwerem Kopf nur wenig Probleme bereitet, nämlich ein „frohes Neues“ zu wünschen, kann beim Schreiben von Grußkarten auch ohne Sekt zu Kopfschmerzen führen. Denn ausgeschrieben wird man eher ein frohes neues Jahr wünschen – oder ein frohes Neues Jahr?

Neues Jahr – substantivierte Wortgruppe oder nicht

Das neue Jahr wird nach Duden-Empfehlung kleingeschrieben. Allerdings gibt es auch die Variante als Großschreibung. Das Neue Jahr wird dabei als substantivierte Wortgruppe aufgefasst. Solche substantivierten Wortgruppen sind zum Beispiel Eigennamen (Rotes Meer) oder Titel (Heiliger Vater). Die Großschreibung hat sich aber auch für Wortgruppen mit teils übertragener Gesamtbedeutung eingebürgert, sie kommt bei Erste Hilfe oder Schwarzes Brett vor (hier empfiehlt Duden die Großschreibung).

Großschreibung: Heiliger Abend

Auch bestimmte Feiertage wie der Erste Mai oder der Heilige Abend werden als Eigennamen großgeschrieben. Und in der Nähe dieser Großschreibung dürfte sich für viele Schreibende auch der Grund für einen Hang zum großgeschriebenen neuen Jahr finden. Rundherum richtig ist es, ein gesundes neues Jahr zu wünschen.

Kleinschreibung: frohe Weihnachten, frohes neues Jahr

Auch fröhliche und frohe Weihnachten werden auf diese Weise kleingeschrieben. Was die konkrete Verwendung angeht und ob es diese Weihnachten waren oder dieses Weihnachten war heißt, habe ich bereits im Blogbeitrag Pfingsten: Singular, Plural? erörtert.

Beitragsbild: Silvester 2007 von wiseguy71 unter der Lizenz (CC BY-ND 2.0)

Novemberwetter

Wenn man die sonnigen Tage des Monats so langsam an einer Hand abzählen kann und der Regen sich, der Temperaturen wegen, häufiger als Graupel zeigt, dann bietet einem die deutsche Sprache ein paar Möglichkeiten, sich angemessen über diesen Umstand zu äußern. Nasskaltes und schlechtes Wetter regt einen eher zum Ausruf Mistwetter oder Sauwetter an, als es die Sommermonate tun. Das Schmuddelwetter wird vielleicht auch deswegen als Novemberwetter bezeichnet. Dazu gesellen sich dann noch Hundewetter, Dreckwetter, Herbstwetter, aber auch Scheißwetter.

Wenn nicht die Ohren schlackern, sondern das Wetter

Besonders norddeutsch verwendet und mir bislang nicht bekannt, ist in diesem Zusammenhang das Schlackerwetter. Schlechtes Wetter mit Regen und Schnee schlackert, abgeleitet vom norddeutschen Wort Schlack, einer dicken, feuchten, breiigen Masse (wie sie der Schneeregen hinterlässt). Wer es allgemeiner mag, kann auch sagen: Es wettert. Zum Beispiel im Frühjahr, hier steht das Aprilwetter allerdings eher für veränderliches Wetter; und beim Ernte- und Badewetter werden selbst Sommermuffel nicht unbedingt zum Schimpfwort greifen, solange sich das schwül-heiße Wetter von ihnen fernhält.

Allwetter-Stormchaser

Aber ganz gleich, ob Reise-, Grippe- oder Hagelwetter, einem Allwetterjäger ist das ganz egal. Dabei handelt es sich entgegen meiner ersten Idee nicht um einen Menschen, der jeder Wetterlage nachgeht (ein Stormchaser mit breiter gefächerten meteorologischen Interessen also), sondern um ein Jagdflugzeug, das seine Gegner bei Regen, Sturm und Schnee attackieren kann und dafür nicht extra Fliegerwetter braucht. Bleibt nur noch, „Alle Wetter“ zu rufen, um seine bewundernde Überraschung auszudrücken.