Zeiterfassung – mit welchem Programm?

Auf der Suche nach einer Möglichkeit, meine Arbeiszeit problemlos zu erfassen, stieß ich auf das Programm OfficeTime, dessen Programmierer mir als Blogger eine kostenlose Testversion zur Verfügung stellten, auf deren Grundlage ich diesen Artikel schreibe.

Wenn man einen Text lektoriert oder schreibt, kann ganz schnell eine Menge Zeit zusammenkommen. Springt man dann noch zwischen einzelnen Projekten hin und her, wird es schwierig, die einzelnen Zeiten zuzuordnen. Mit einem Programm zur Zeiterfassung kann man sowohl Projekte mit Stundensätzen genau abrechnen als auch generell den eigenen zeitlichen Aufwand festhalten – dies ist nicht zuletzt für die Kalkulation von Angeboten extrem hilfreich.

Cloud-basierte Lösungen kosten meist um die 5 Euro im Monat

Beim vorletzten Treffen der VFLL-Verbandsregionalgruppe Berlin stellte Claudia Lüdtke das Programm Mite Zeiterfassung vor. Vieles daran klang sinnvoll, was mir fehlte, war die Möglichkeit, Rechnungen zu erstellen und eine Abwesenheitserfassung, die die Zeitaufzeichnung bei Untätigkeit stoppt bzw. diese Zeitspanne separat erfasst. Mite ist cloudbasiert und kostet 5 Euro im Monat. Ein solcher Wert ist im Markt Standard. Ich habe mir noch einige andere Programme angesehen, fand aber die regelmäßigen Bezahlmodelle nicht übermäßig interessant, weil ich ohnehin vorwiegend allein arbeite. Mite bietet über die Cloud natürlich ein relativ einfaches System zur Zusammenarbeit und zeitlichen Erfassung bei Projekten an. Dies kann man auch mit OfficeTime erreichen – allerdings mit etwas manuellem Einsatz.

OfficeTime kann einmalig gekauft und dann auch offline genutzt werden

Dass man OfficeTime für 37 Euro dauerhaft erwerben kann, fand ich grundsätzlich sehr gut. Nach etwas mehr als einem halben Jahr wird das Cloud-Programm teurer. Zumal Updates bis zur nächsten größeren Version (2.0; aktuell 1.78) kostenlos sind. Bei Erscheinen der Version 2 soll es eine Möglichkeit geben, ein ermäßigtes Update zu erwerben.

Grundsätzlich wirkt das Programm durchdacht, man legt ein Projekt an, definiert bei Bedarf einen Stundensatz – bzw. wählt diesen aus – und startet die Zeiterfassung. Über ein Dropdown-Menü kann man schnell zwischen Projekten wechseln. Sehr schön ist, dass OfficeTime erkennt, wenn man den Rechner verlässt. Die aufgelaufenen Stunden können dann verworfen, dem aktuellen oder einem anderen Projekt zugeordnet werden. Am Ende ist es möglich, aus den gesammelten Daten eine Rechnung zu erstellen, die man über eine Office-Vorlage an das eigene Design anpassen kann. Den Grad an Detailliertheit (also ob die Stunden, Arbeitszeiten etc. angezeigt werden sollen) kann man dabei selbst bestimmen.

Kundendaten wären schön

In der nächsten größeren Programmversion soll es Kunden geben, denen man Projekte zuordnen kann. Dies ist ein wichtiger Punkt, den ich sehr begrüßen würde. Momentan muss man, wenn es um mehrere Aufträge mit gleichen Auftraggeber geht, die Projekte mit dem Namen des Kunden anlegen, was auch geht, aber etwas umständlicher ist. Außerdem wären die Rechnungen dann einfacher mit einer festangelegten Kundenadresse auszufüllen.

Generell lässt es sich aber schon gut und einfach mit OfficeTime arbeiten. Das Rechnungssystem ist schnell anpassbar und erleichtert die Arbeit sehr. Wer eine Alternative zu Cloud-Lösungen mit fortlaufenden Kosten sucht, kann das Programm definitiv ausprobieren.

Beitragsbild: time von Sean MacEntee unter der Lizenz CC BY 2.0.

AKEP 2016

Für den Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren bin ich heute auf der Jahrestagung des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren. Thema: Gewinner und Verlierer der Digitalisierung. Dann schauen wir mal, wie es Verlagen und Buchhandel damit geht, und an welcher Stelle die Freien Lektoren und Lektorinnen ins Spiel kommen. Mein Bericht dazu findet sich bald auf dem Blog des VFLL.
 

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Verbandsbeitrag und Veranstaltungsnachlese

Am Montag ist mein Blogbeitrag zur Typo Talks Berlin auf dem Lektorenblog (des Verbandes der Freien Lektorinnen und Lektoren) erschienen.
Am Dienstag war ich mit anderen Autorinnen bei der Auftaktlesung zu einer neuen Lesereihe im Friedrichshain im Café Herman Schulz zu Gast. Ich habe dort meine Kolumnen aus zwei metamorphosen-Heften gelesen. Voraussichtlich im Juli wird es nochmal einen reinen Kolumnenabend in einer meiner Lieblingskneipen geben. Informationen dazu folgen.

Akquiseerfahrungen: Ebay Kleinanzeigen

Seit ich mich selbst um Kunden bemühe, habe ich des Öfteren daran gedacht, über meine Erfahrungen in diesem Feld zu schreiben. Anstatt eine große Serie über den Einstieg in die (Lektoren-)Selbstständigkeit zu beginnen, fange ich erstmal kleiner an. Rosinenpickerei gewissermaßen.

Die erste Frage könnte lauten: „Ebay Kleinanzeigen? Warum?“ So hundertprozentig sicher bin ich bis heute nicht. Ich habe ab und zu Dinge darüber gekauft oder verkauft. Ich habe auch gesehen, dass dort Dienstleistungen angeboten werden. Zugegeben, nicht immer übermäßig seriös wirkend. Aber es schien mir wohl so, als ob es dort eine Menge potenzielle Kunden gäbe. Und kostenlos ist das Inserieren ja auch.

Ich hatte ein bisschen experimentiert und mich schließlich für eine Anzeige entschieden, in der ich als Bild einfach das Wort Korrektur in schwarz auf weiß gewählt hatte, anstatt auf Stockfotos mit Buntstiften, roten Finelinerkringeln o. Ä. zu setzen. Dazu ein freundlicher, werbender Text mit kurzen Infos und dem Verweis auf meine Seite. Irgendwelche zahlungspflichtigen Dienstleistungen, wie die Priorisierung meiner Anzeige, hatte ich für mich ausgeschlossen und auch nicht gebucht.

10 Anfragen in zwei Monaten – null Aufträge

Die Anzeigen liefen etwa zwei Monate, inzwischen habe ich sie auslaufen lassen. Die Bilanz: etwa 10–12 Kontaktaufnahmen und null Aufträge. Auffällig war die große Unverbindlichkeit: Die meisten Interessenten schrieben, ich antwortete – und hörte nie wieder etwas. Klarnamen gab es ohnehin nicht, ab und an eine Handynummer. Einmal habe ich nachgefragt – und wiederum keine Antwort bekommen. In einem Fall bin ich zu einem Treffen gefahren – es ging dabei um das Erstellen von Texten für einen Gartenmöbel-Shop. Die Besprechung lief gut, wir waren uns sympathisch. Aber nachdem ich meine Kalkulation übermittelt hatte, habe ich nicht mal mehr eine Absage bekommen.

Adjektive prägen Preisvorstellungen

Und genau da liegt der Knackpunkt. Harry Keller, den ich während der Typo Talks als Mitglied des News-Teams kennengelernt habe und der Mitbegründer einer Agentur ist, schreibt in seinem „Weekly Recap“ (Nr. 19), dass man ein Projekt im Gespräch mit dem Kunden niemals „Microsite“ nennen sollte, weil danach alle denken, dass so eine kleine Seite nichts kosten dürfe. Und das gilt eben nicht nur für Agenturakquise. Das Adjektiv klein gibt die Richtung vor. Wer in einem Portal wie „Ebay Kleinanzeigen“ sucht, der hat eine gewisse Erwartungshaltung. Nämlich Dinge gebraucht und günstig zu bekommen. Hätte ich eigentlich wissen können. Schließlich habe ich vor Jahren eine Studienarbeit zum Thema Preis- und Warenpsychologie geschrieben. Aber nichts ersetzt Feldversuche!

Es gibt immer noch viele Korrekturangebote auf „Ebay Kleinanzeigen“ und einige davon sind auch finanziell gestützt. Mag sein, dass die Kolleginnen und Kollegen die Hoffnung mögen. Ich denke, bei mir war es genau das. Werbung, die nichts kostet. Eine Art Eintrag ins Branchenbuch. Ich fand es angenehm, aufregend und irgendwie beruhigend, ab und an über „Ebay Kleinanzeigen“ angeschrieben zu werden. Da war immer dieser Moment: „Ha, diesmal klappt es vielleicht.“ Aber ich denke, man bekommt am ehesten die Kunden, die man umwirbt. Und in diesem Fall ist es die preisbewusste Zielgruppe mit Hang zum Sonderangebot. Akquise über „Ebay Kleinanzeigen“ funktioniert also am ehesten dann, wenn man seine Dienstleistung zum Schnäppchen macht. Falsche Richtung für mich.

Lebenszeichen von der Konferenz „Typo Talks“

Konferenztag drei: Langsam ballen sich die Texte, die zu korrigieren sind. Nachdem in den ersten beiden Tagen die ersten Texte am späten Nachmittag eintrudelten, habe ich heute schon zwei korrigiert und veröffentlicht. Es ist schön, immer wieder mit den unterschiedlichsten Texten und Schreibformen konfrontiert zu werden. Und weil die Texte relativ kurz sind, hat man die Möglichkeit, sich wirklich auf sie einzulassen. Je nach Wunsch des Autors bzw. der Autorin bespreche ich meine Änderungen vorab und diskutiere sie. Den meisten Schreibenden reicht aber ohnehin eine kurze Rückmeldung. Jetzt beginnt es gerade, nach den Brennpasten zum Warmhalten des Buffets zu riechen – das Mittagessen ist also nicht mehr weit.

Endredaktion im Blogteam der „Typo Berlin“

Bei den „International Design Talks“ vom 12. bis zum 14. Mai 2016 im Haus der Kulturen der Welt wird es eine Menge Input zu Design, Typografie und visueller Ästhetik geben. Ein Redaktionsteam, überwiegend bestehend aus Leuten, die sich mit Design oder Schrifgestaltung befassen, wird die einzelnen Veranstaltungen in kurzen Blogbeiträgen aufbereiten. Bevor die Beiträge auf der Typo-Talks-Seite online gehen, werde ich sie vor Ort überarbeiten, korrigieren und mit den Autoren und Autorinnen besprechen. Am letzten Sonnabend konnte ich bei einem Vorbereitungsworkshop schon mal schauen, wie man sich mit seinem klobigen Lenovo-Notebook zwischen 29 ultraflachen MacBooks fühlt – ziemlich ausrangiert.

Aber im Ernst: Die Endkorrektur im Rahmen der Konferenz wird sicher herausfordernd und sich von der gewohnten Tätigkeit am Schreibtisch im stillen Kämmerlein unterscheiden. Nicht zuletzt wegen der vielen interessanten Leute im Team und dem Einblick in völlig andere Arbeitsfelder bin ich aber vor allem vorfreudig gespannt auf die nächste Woche – die Sorge vor peinlichen Patzern hält sich noch in Grenzen. Über meine Erfahrungen als Teamkorrektor auf der Konferenz werde ich im Nachgang sehr wahrscheinlich auf dem Blog des Lektorenverbandes berichten. Darauf werde ich zu gegebener Zeit aber nochmal kurz in meinem Blog hinweisen.