Selbstständigkeit, next Level

Gestern kamen meine neuen (und ersten) Visitenkarten mit der Post. Ich habe zuerst gar nicht daran gedacht, dass ich welche brauchen könnte. Aber die Dinger trotzen der Digitalisierung und helfen einem beim Netzwerken aus der Verlegenheit, die eigenen Kontaktdaten hektisch auf irgendein Stück Papier zu kritzeln oder den Gegenüber damit zu vertrösten, sich in den nächsten Tagen bei ihm zu melden. Die professionellste Lösung wäre definitiv eine von Designern erstellte Karte, am besten mit Logo. Mit Vincent und Frauke von Kraft plus Wiechmann, die die schönen Bücher der edition AZUR designen, kenne ich auch schon die richtigen Ansprechpartner. Da dafür aber erstmal noch was ins Sparschwein wandern muss und die Buchmesse bevorsteht, habe ich mich mit einem kleinen Kontingent an Karten eingedeckt, die ihren Zweck fürs Erste hoffentlich erfüllen.

 

Das Bild zeigt Christian Wölleckes Visitenkarte
Was die Handykamera nicht zeigt: Die Karten sind in einem matten Blau gehalten, ebenso die Schrift auf der Rückseite.

Korrektur, Korrektorat oder beides?

Unter dem Punkt Korrektur findet man auf meiner Seite, was ich zum Wesen und zur Notwendigkeit dieser Dienstleistung zu sagen habe. Heute geht es mir allerdings um etwas anderes, den Begriff des Korrektorats. Manche Lektoren bieten ja ohnehin nur ein Lektorat an, andere weisen das Korrektorat als eigene Dienstleistung aus. Schaut man sich dann an, was das Korrektorat bietet, so landet man der Definition nach bei der Korrektur.

Also sind Korrektur und Korrektorat ein und dieselbe Sache?

Der Art der Dienstleistung nach schon. Allerdings kann man im Duden nachlesen, dass das Korrektorat die Abteilung ist, in der Korrektorinnen und Korrektoren arbeiten. Nichts von einer Dienstleistung. Ansonsten sind die Suchergebnisse von Definitionen anderer Lektoratsseiten überschwemmt – und dort wird das Korrekturlesen häufig als Korrektorat bezeichnet.

Warum also Korrektorat?

Weil man die Abteilung ist, die eine Korrektur leistet? Oder weil es einfach schöner klingt in Verbindung mit Lektorat? Ich weiß es nicht, und mir fiel auch keine mögliche Begründung ein. Aber eine solche begriffliche Nachlässigkeit? – Wo wir doch als Lektorinnen immer so um Genauigkeit bemüht sind? Vielleicht ist es der Herdentrieb, der die Begriffsverwendung geprägt hat. Zumindest ich bin ja blökend mitgelaufen. Oder die Sache ist ganz anders gelagert und es fehlt mir nur an fachlicher Erhellung. Dafür gibt es ja dann die Kommentarfunktion.