Altlewin

In Altlewin stehen Häuser. Gebaut um eine 0-Straße, mit einem Kreisverkehrseingang dort, wo es zur Haupt- und Landstraße geht.

Den Kreisverkehr braucht doch kein Mensch, sagst du. Doch, sage ich. Und nach einer Weile: der Bus.

Der Bus, der hier vier Mal fährt am Tag, hat seine Haltestelle wirklich im Kreisverkehr. Es gibt auch einen Rufbus, man erkennt das an einem runden, lilafarbenen Schild am Bushaltestellenschild. Ein Pilotprojekt, steht da auch. Man kann ihn rufen werktags, wenn 90 Minuten vor oder nach dem eigenen gewünschten Fahrtantritt keine reguläre Busverbindung angeboten wird. Bescheid zu sagen ist ebenfalls mindestens 90 Minuten vorher.

Im Fachwerkbushäuschen mit dem Schindeldach ist es staubig und trocken. Spinnennetze hängen von den Wänden. Eine leere Pralinenschachtel liegt im Mülleimer – vielleicht hat sich hier jemand etwas gegönnt. Draußen lädt die Kreisverwaltung – oder wer auch immer, das habe ich sofort wieder vergessen – zu einem bunten Nachmittag mit Musik und Kaffee und Kuchen, fünf Euro Eintritt, Kaffee & Kuchen incl. Bringen Sie auch ihren Partner mit, die Kinder, Enkelkinder, Verwandte, Freunde, Nachbarn …

Am Anfang der 0-Straße, von der Landstraße her gesehen, klappern zwei junge Störche im Nest. Sie begatten sich, jetzt, Anfang Juni. Wir drehen lachend das Kind weg, das fröhlich schnurrt, so wie es immer schnurrt, wenn es ein Tier sieht. Einer der Störche sammelt später Gras für den Horst. Ist das nicht alles zu spät? Geht es in zwei Monaten nicht zurück nach Afrika? Es scheinen junge Störche zu sein. Vielleicht erklärt das irgendwas.

Am anderen Ende geht es hinaus in die Felder und auch zum Friedhof, der hier durchaus noch Gottesacker heißen könnte. Wir treten auf den frisch geharkten Weg, wie alle Wege hier geharkt sind, und die Werkzeuge – Rechen, Schaufel, Unkrauthacke – baumeln rostig an ihren Nägeln im Wind. Ein bisschen Sprühregen kommt vom Himmel, aber es ist warm, schwül fast bei 21, 22 Grad. Auf dem Weg zurück steht in der Ferne der schwarze Hund mit den Schlappohren, er schaut eine Weile und trottet dann davon. Hinter den Zäunen sieht man Menschen, beschäftigt mit was auch immer. Als wir aufbrechen nehme ich den Kreisverkehr links, jetzt ist es also keiner mehr. Du sagst: Siehst du; und ich nicke.

Der kleine, weiße Teufel

Es ist nicht mehr lang bis Mittag, als ich den weißen Teufel sehe. Klein ist er, gedrungen. Er hebt sich hell ab gegen den orangefarbenen Bauschuttcontainer. Sie haben Regen angekündigt für den Nachmittag, noch ist der wolkige Himmel aufgelockert. Als der kleine, weiße Teufel in mein Blickfeld kommt, denke ich eben an Erdbeeren. Links lachen drei Mädchen schrill in schwarzen Lederjacken. Sie tragen weiße Turnschuhe mit hohen Sohlen, halbierte Plateauschuhe von der Höhe her und weit sportlicher, als es die Buffalos je gewesen sind. Dem Teufel hängt das glänzende Seidenhemd aus der Hose, ganz zerknittert ist es schon. Die Zigarettenschachtel in der Brusttasche hüpft auf und ab, der ganze Körper bebt. Vielleicht hat er vor sich gegen seinen Audi zu lehnen, ein silbernes Kombimodell, aber zuerst sagt er laut und deutlich in sein Telefon:

„Hören Sie, das lasse ich mir nicht bieten. Nein … aber das lasse ich mir nicht bieten. Ich habe nicht … ich werde nicht … Sie können doch nicht … unerhört … hören Sie … ich werde Sie … Ha … Probieren Sie das mal … Nein, Sie hören mir zu … hört ja alles auf … werde ich sie … mein Anwalt … morgen nicht mehr … können Sie sich sonstwohin …”

Seltsam, denke ich, was fängt man nun an mit so einem Teufelchen? Wäre so einer nicht gut aufgehoben in einer PET-Flasche voll Wasser, wo Jon ihn tanzen lassen könnte, auf und ab, bloß durch beharrliches, wiederholtes Drücken?

Spitzenlokführer

07:30 Uhr. Ich will mit dem Rad zum Südkreuz. Dort fährt mein Zug um acht. Ich trete vors Haus: Das Rad hat einen Platten. Im Gehen fuhrwerke ich mit dem Smartphone herum, finde eine Verbindung mit Bus und S-Bahn und komme 07:56 am Südkreuz an. Ich laufe die Treppe hinauf, gehe zu Bahnsteig fünf, von dem mein ICE abfährt. Der Zug, der erst 08:05, dann 08:10 abfahren soll, verlässt Südkreuz um 08:13. Vor Lutherstadt Wittenberg müssen wir außerplanmäßig viel zu lange viel zu langsam fahren. Meine Umsteigezeit von 24 Minuten ist beinahe passé. Ein Musiker, sein Instrument ruht im Koffer auf der Gepäckablage, ab und an setzt er die Weißweinflasche an, fragt mich, kurz vor Leipzig, nach meinem Tagesspiegel, weil seine Bekannte da arbeite. Ich gebe ihm die Zeitung, sage aber, dass ich sie vor dem Ausstieg zurückbräuchte. Er nickt, kein Problem. Gnadenlos langsam rollt der Zug auf den Leipziger Hauptbahnhof zu. Exakt 24 Minuten Verspätung. Würde er doch nur anhalten, denke ich, dann wäre das Drama vorüber, ich wäre endgültig zu spät. Der Musiker gibt mir meine Zeitung zurück und wünscht mir eine schöne Zeit in Leipzig. Danke, werde ich haben. Als sich die Türen öffnen, springe ich aus dem Ende des Zuges, das etwas außerhalb der Bahnhofshalle steht. Es ist jetzt 09:26 Uhr, ich bin am Gleis 12. Mein Erfurter-Bahn-Regionalzug steht auf Gleis 7 und fährt dort ebenfalls um 09:26 ab. Die Tasche in der Hand renne ich, nehme die Treppe zur Unterführung in großen Sätzen, komme hinauf, schaue aus der Halle auf die langen Bahnsteige, denn dort ist der Zug schon oft abgefahren. Diesmal: nur Leere. Ich schaue in die andere Richtung: Dort, für mich am Ende, eigentlich aber am Anfang des Kopfbahnhofes, steht der Zug. Ich renne wieder. Der Zug setzt sich in Bewegung, kommt auf mich zu. Ich keuche, taumle, werde langsamer. Renne trotzig weiter. Gleich werde ich vorbei sein. Da wird der Zug langsamer, bleibt schließlich ganz stehen. Die Türknöpfe leuchten. Eine Hand erscheint im Fenster des Führerhauses, winkt mich hinein. Auf dem Bahnsteig lachen ein paar Leute, die zum Winken dageblieben sind. Im Wagen bin noch so in Fahrt, dass ich, schwer atmend, einmal hin und her laufe, während mich, den keuchenden Leuchtenden, die Passagiere mit großen Augen anschauen. Erst nach einer Weile fällt mir ein, einen Sitzplatz zu suchen. Der Ruhm hält nicht ewig: An einer der nächsten Stationen, vielleicht in Leipzig Plagwitz, ist alles längst vergessen. In der Zeitung finde ich die Begriffe „Deinvestment“ und „Carbon Bubble“, kreise sie zunächst ein, notiere sie dann für einen Text, der der zeitgenössisch-zukunftsfähigste aller Zeiten werden soll.

Wünschen Sie mir/Wünscht mir Glück

Am Wochenende trifft sich die Radfahrkammer Süd, um einen neuen Vorsitzenden zu wählen. Und ich bin Kandidat! Ich trete an gegen Herbert Ginzner, den alten Vorsitzenden, der nun schon 18 Jahre sehr gute Arbeit leistet und dem wir alle viel zu verdanken haben. Natürlich möchte ich trotzdem gewinnen. Mehr dann hoffentlich am Sonntagabend an dieser Stelle. Hier noch ein paar Zeilen zu meinen derzeitigen Ausfahrten und Kampagnenbemühungen: Gestern fuhr ich mal wieder mit ein paar Begleitern in Richtung Kreuzberg. Es ist ja eine wirklich tolle Strecke vom Priesterweg kommend Richtung Südkreuz, dieses geteerte Teilstück, zwischen Wiesen und Bäumen. So könnte es überall sein, und dafür würde ich mich in jedem Fall einsetzen. Ein bisschen getrübt wurde die Freude wieder einmal durch Pedalisten, die den Aspekt der Kameradschaftlichkeit, des Bundeswesens scheinbar völlig vergessen haben, ja, von denen man meinen könnte, sie führen nur, um von A nach B zu kommen. Da ich etwas unsicher war, wo ich am Priesterweg auf die Radlertrasse auffahren musste, verlangsamte ich, unserem Radlerkodex folgend, mein Tempo, um mich zu orientieren. Gleich bretterte eine junge Frau vorüber, im Überholen setzte aber noch ein weiterer Radfahrer auf einem Herrenrad zum Überholen an. Kurz war es eine ganz und gar kritische, unüberschaubare Situation, in der glücklich nichts passierte. Ich glaube, hier müssen wir noch viel Arbeit leisten, um auch die jüngeren Radler/-innen in einen kritischen Dialog einzubinden und ihren will to change anzusprechen. Aus aktuellem Anlass möchte ich hier die Gelegenheit nutzen, einen Beitrag aus unserem offiziellen Radlerforum „Die anonymen Pneumatiker” online zu stellen, den wir löschen mussten. Ich bitte um einen sorgsamen Umgang mit diesem Material, das so wenig vorbildgebend und dabei aber ein Abbild unserer derzeitigen Straßensituation ist. Da müssen wir wirklich ran, solche Egomanen von den Straßen zu holen!

Das Posting wurde vom Nutzer Gecko123 erstellt, den wir inzwischen gesperrt haben. Hier der – von unserem Foren-Administrator entschärfte – Wortlaut:

So’n Hals – scheiß Hobbyradler

Hey Leute, hab auch mal ne Geschichte zu erzählen. Und zwar war das heute so: bin wie immer auf Arbeit gefahren. An der Kreuzung beim Rathaus Steglitz war alles okay, drei Autos an der Ampel sie haben aber ein bisschen Abstand gelassen und ich bin vorgerollt bis zu weißen Linie. Dann ist es grün geworden, und so ne Oma lief da noch, na ich hatte eigentlich Bock die umzunieten, aber ich habs nicht gemacht. Ich musste bloß kurz warten. Auf einmal schießt son Hobbyradspa*** auf der linken Abbiegespur an mir vorbei. Son Großko**opa Ich habe ein bisschen angetreten, der war aber auch überhaupt nicht so schnell. Eigentlich vol langsam. Dann kam erstmal wieder ne schei* Ammpel, und dann habe ich mir den angeschaut, der hatte so ein kac* blaues Funktionsshirt an, ne radlerhose, ne bauchtasche so halb an der Seite und Baumwollsocken so umgekrempelt, dass da die Fäden raus hingen. Dachte bestimmt der ist voll cool der Spa**. Und dann hat er sich so auf den Lenker gelehnt, den Kopf ach unten so voll schlafmäßig oder am beten oder sowas. Als ob er kräfte sammeln will für den nächsten Spurt :p haha. In dem Moment wußte ich: das geht nicht, den kannst du jetzt nicht durchkommen lassen damit, den kuafst du dir, du machst jetzt Schluss mit dem hier und jetzt. Das darf man gar nicht losgehen lassen, dass die Hobbyradler jetzt alle so nen riesen Ego kriegen, bloß weil sie denken, das sie überholen können. Na und dann wurde die Fußgängerampel grün, die richtige Ampel war noch rot, und da ist er natürlich schon losgefahren. Ich direkt hinterher, er hat sich in die Pedalen gestellt, wie so kleine Kinder, wenn sie nicht genug Kraft haben, wenn sie nicht mehr können, und er hat sich gleich verschalten, dass hat alles überhaupt nicht zueinander gepasst. Wer mich kennt, der weiß ja, das ich zum Beispiel fast nie schalte. Jedenfalls … ich bin einfach sitzn geblieben und hab ihn überholt, schnell, kurz, trocken. Richtig geil. Der war ja direkt weg vom Fenster. Der blöde Ar***wi***** Ha ha Klar, hat gebrannt in der Lunge :p, ich hab hinterher geschwitzt wie blöde aber ich hab dem klar gemacht, wie schlecht er ist. Dieser dumme furz kann sich sein Gepisse jetzt zu Hause in den Schrank hängen, oder er soll sich ausheulen bei Mutti. Und jetzt: Feuer frei, Kameraden! Schnappen wir uns diese aufgeblasenen, langsamen Schmalspurwi*****

Ich werde das Thema auch bei unserem Verbandstreffen am Wochenende ansprechen! Hier müssen wir eine klare Linie ziehen.

Velothon

Ja, ich gebe es zu, wäre ich am Sonntag Autofahrer gewesen, ich hätte mich wahrscheinlich aufgeregt über all die Sperrungen. Aber für uns, die Zweiradfahrer, war das schon ein toller Tag. Die weiten, leeren Straßenfluren getaucht in das Licht der Morgensonne und nur wir darauf, die zweibeinigen Helden. Die meisten werden es ja bereits mitbekommen haben: Auch ich bin an den Start gegangen.

Ich hatte ja in den letzten vier Wochen die Familie und die Masterarbeit weit genug zurückgestellt, um ausreichend trainieren zu können. Ich bin leider nicht zum Profirennen zugelassen worden, obwohl ich mir im Fahrradladen sogar eine aerodynamische Hochgeschwindigkeitsklingel installieren und die Lager schmieren ließ. Ich bin dann die 60 km gefahren, weil ich vermutete, dass ich für 120 km länger brauchen würde und rechtzeitig zum Mittagessen wieder zu Hause sein wollte. Mit meiner Fahrzeit von 01:42:07 war ich auch gar nicht so schlecht und recht weit vorn dabei. Meine Familie hat kleine, bunte Wimpel am Ziel geschwenkt, das war sehr schön. Jetzt liege ich schon den zweiten Tag auf der Couch und muss meine Ballonbeine kurieren; ein Problem, das sicher jeder ambitionierte Freizeitsportler kennt. Unser Eisschrank steht auf „Superfrost“, damit ich genug Eiswürfel nachproduzieren kann. Das habe ich nämlich im Internet gefunden, dass das Gewebe sofort regeneriert, wenn man es einige Stunden unter null Grad halten kann. Außerdem lindert es ganz angenehm die Muskelschmerzen. Ich denke, wenn ich im nächsten Jahr ausreichend trainiere und vielleicht ein Rennrad über Ebay Kleinanzeigen finde, kann ich vielleicht im Spitzenfeld mitfahren. Christian Armstrong Wöllecke oder Christian Ullrich Wöllecke. Das klingt nach Doping, Leistungssteigerung und Gefahr, nach dem wilden Rasertum, das ich all die Jahre so dringend herbeigesehnt habe.

Mein aus den Trainingserfahrungen gespeister Text „Bicycle Psycho“, den ich im Vorfeld entworfen hatte, ist leider auf der Strecke geblieben. Das Ende war einfach nicht gut genug, das Ganze lief irgendwie ins Leere. Aber irgendwo habe ich gelesen, dass es sowieso traurig wäre, sich bloß in der Literatur zu engagieren und darum sehe ich zu, dass ich in Zukunft immer mehr als einen Fuß gleichzeitig auf der Pedale habe. Und wer weiß: Vielleicht wird nächstes Jahr ja Hubert Winkels auf mich aufmerksam und lädt mich ein zum Bachmannpreis, wenn ich jubelnd mit dem Siegerkorso einfahre. Wenn ich dann noch ein Gedicht deklamiere, ein aufregend polemisches vielleicht, dann wird schon alles flutschen wie meine frisch gefettete Kette, die, während ich diese Zeilen schreibe, gerade fröhlich über dem Ritzel dahinschnurrt irgendwo zwischen Barnim und Neubrandenburg.

Campustüten

Wie ein Opel vor mir, bleibe ich in der Menschenmenge stecken, die sich auf der Straße um eine Palette schart, von der Campustüten herabgereicht werden. Ich präge mir gleich die Details ein, versuche, das Geschehen beobachtend und ohne unnötige Emotion zu erfassen. Aber selbst der Versuch, in einer selbstironischen Art über das Thema zu schreiben, mit einem kurzen Text irgendeine humorige Pointe zu erzielen, misslingt, und es wundert mich immer weniger, je mehr ich darüber nachdenke. Dass ich einmal selbst Fan von Campustüten war, macht die Sache wirklich nicht besser und lässt keine Spur Würze zurück. Die Moral oder Unmoral der Tüte ist so belanglos wie sie selbst.

Das Schreibproblem mag vielleicht daran liegen, dass ich mich momentan etwas trudelig fühle dabei, ewig mit Texten, vor allem ihren Enden, ringe, was womöglich wiederum daran liegt, dass meine Schreibidee momentan immer am Anfang des Textes liegt und nie am Ende. Unkonzentriertheit und das Gefühl, dass ich meine Zeit eigentlich stets übergeordneten, wichtigeren Problemen zuwenden müsste, machen es nicht besser. Mit einem Gefühl tiefer Unzufriedenheit lasse ich meinen Tütentext zurück, gehe, den Rechner im Stand-By-Modus, den Text noch offen in Word, in die Mensa, wo ich, völlig unverhofft, auf Vanillepudding stoße. In der Menge der Nachtische ist er mir, noch vor Schokoladenpudding, der liebste, und als ich eben vor einer fast leeren Puddingwanne stehe, fällt mir die zweite Nachtischinsel ins Auge, wo eben ein noch vollkommen unberührter Puddingbehälter eingesetzt wird. In der Mitte erhebt sich, auf mehreren geschichteten Sahnehauben, Obst wie eine Trutzburg, ringsumher, auf gelbem Grund, stehen kleine Sahnehäubchen wie Gehöfte, geraspelte Schokoladenröllchen darauf. Wie es immer so ist, überkommt mich gleich ein Selbstgeißelungsgedanke, die Idee, dass es nicht statthaft wäre, sich jetzt hier, an diesem völlig unberührten Pudding zu bedienen. Und genauso schnell kommt von irgendwoher ein Antrieb, der mich auch bei den Campustüten überkommen könnte, möglichst schnell zuzugreifen. Ich schlage also Kerben in den Pudding, nehme mir eine Sahnehaube, schaue um mich, schaufle eine zweite in das Schüsselchen.

Später, als ich mit der Hauptspeise fertig bin, löffle ich vorsichtig in den Pudding, koste mit geschlossenen Augen, denke darüber nach, ob es nach Vanille schmeckt, ob ich überhaupt weiß, wie Vanille schmeckt und ob mir nicht sogar Vanillin besser schmeckte. Ich hebe vorsichtig ein bisschen Sahne heraus, die Sahne schmeckt gut, sie schmeckt, wie bei meinem Lieblingsspaghettieis. Ich denke an den Text. Es ist jetzt wieder der Moment, in dem ich Puddingvergleiche anstelle, ohne sie jemals aufzuschreiben.