Komma vor als hier als Fotomontage auf einer Schreibmaschine Werbung Lektorat Berlin Christian Wöllecke Werbelektorat

Komma vor als: Wann steht vor als ein Komma?

Ein Satzklassiker, den fast jeder schon einmal gehört haben dürfte, ist dieser hier: „Als ich in deinem Alter war …“ Was auch immer Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel und sonstige Besserwisser damit sagen wollen, es wird sich mit einem Komma anschließen. Aber nicht in jedem Fall steht vor als ein Komma.

Ein Komma wird gesetzt, wenn ein untergeordneter Satz folgt

Geht es um die Frage, wann nach als ein Komma, manchmal auch Beistrich genannt, folgt, muss man wissen, was sich anschließt. Es heißt also, möglichst einfach und schnell herauszufinden, über welche Satzkonstruktion man spricht. Wird ein untergeordneter Satz angeschlossen, wird das Komma gesetzt. Schließt sich nur ein einfacher Vergleich an, steht kein Komma. Wie aber unterscheidet man hier?

Im Allgemeinen lohnt es sich, am Ende des Satzes nach einem Verb zu suchen – es steht dort in seiner finiten Form. Eine solche finite Verbform (also das Tätigkeitswort, zum Beispiel schwimmen, fahren, laufen) ist in Person und Zahl bestimmt: Es war Torsten, der dort schwamm (und nicht seine Freunde, die schwammen). Ich war mir nicht sicher, ob es lief. (Ich war mir aber sicher, dass nicht meine Freunde dort liefen).

Bei einem möglichen Komma nach als verhält es sich genauso: Er war viel größer, als ich es in Erinnerung hatte. Sie kam später, als uns lieb war. Gleich der erste Satz aus meiner Einleitung fügt sich allerdings scheinbar nicht in das Schema: Als steht am Anfang. Trotzdem setzt man auch hier ein Komma: Als ich in deinem Alter war, bin ich gern schwimmen gegangen. Man kann die Satzteile nämlich auch einfach tauschen und es passt wieder zur Regel: Ich bin gern schwimmen gegangen, als ich in deinem Alter war. Über das Komma nach Satzanfängen habe ich bereits einen eigenen Artikel geschrieben. Generell ist es wichtig, sich nicht an starren Schemas festzuhalten. Nur wenn man den Aufbau eines Satzes versteht, bereitet die Kommasetzung keine Probleme.

Kein Komma bei Vergleichen, die nicht als untergeordneter Satz gelten

Findet man kein finites oder sonst irgendein Verb in dem Satzteil, der mit als angeschlossen wird, braucht es in der Regel auch kein Komma. Zum Beispiel steht ohne Komma: Er war viel größer als in meiner Erinnerung. Dagegen noch einmal der Kommasatz aus dem vorherigen Abschnitt: Er war viel größer, als ich es in Erinnerung hatte. Immer wenn als einen Vergleich ohne Verb anschließt, setzt man kein Komma. Sie kam später als wir. Das bleibt auch so, wenn der Vergleich sehr umfangreich ausfällt: Sie war klüger als die meisten schlauen und durchaus gebildeten Menschen in dieser Runde. Diese Regel lässt sich übrigens eins zu eins auf Sätze mit wie übertragen. Er war so stark wie wild und unabhängig. Er hatte nur die besten Absichten, wie er mir versicherte. Wieder findet sich im ersten Beispiel kein finites Verb, im zweiten Beispiel leitet wie einen untergeordneten Satz ein. Anders als bei einer einer entgegengesetzten Konjunktion wie sondern, bei der das Komma immer steht, kommt es hier also auf den Einzelfall an.

Noch ein letzter Hinweis: Man verwendet als, wenn man Unterschiede betonen möchte. Wie drückt dagegen eine Gleichheit aus. Er war größer als ich. Er war so groß wie ich. Hier kommt es gerade in der täglichen Umgangssprache recht schnell zu Verwechselungen, die man mit dieser einfachen Regel leicht vermeiden kann.

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Ein Komma vor als steht, wenn sich ein Nebensatz mit Verb anschließt (genauer ein untergeordneter Temporalsatz: Wir waren noch weit von unserem Ziel entfernt, als es Abend wurde) bzw. ein untergeordneter Vergleichssatz bzw. eine entsprechende Infinitivgruppe: Er war größer, als es mir im ersten Moment erschienen war. Er konnte sich etwas Besseres vorstellen, als das hier zu lesen.

Kein Komma steht vor einem Vergleich ohne Verb: Sie war größer als ich. Ich bin älter als viele in der Gruppe. Er kam später als erwartet.

 
Titelbild: unsplash-logorawpixel

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