Bildunterschrift mit Rätselfaktor

Der heutige Liveticker im Tagesspiegel startet mit folgender Bildunterschrift: „Je grüner, desto schwimmt es. Gesundheitsgefährdet ist das Ganze aber nicht.“
Ich habe den Satz gelesen. Ich habe gedacht: „Moment mal. Gesundheitsgefährdet?“ Ich war mir sicher, dass es gesundheitsgefährdend heißt, und das stimmt auch. Gefährdet tritt als Verb auf: Ist meine Gesundheit gefährdet? Dieser Schüler ist versetzungsgefährdet. Im Tagesspiegel-Satz wird aber gefragt, wie das Wasser ist. Dies erfordert das Adjektiv gesundheitsgefährdend. Ein Fehler, den ich nicht recht nachvollziehen kann.

Diesmal: allgemeine Ratlosigkeit

Wobei ich darüber zum ersten Satz zurückkam. Den ich ehrlich gesagt auch nicht begreife. Diese Verballhornung scheint mir als Sprachspiel schon viel zu weit weg von inhaltlicher Verständlichkeit; ich sehe das Doppeldeutige nicht mehr darin, das ein Sprachspiel ausmacht. Sehr seltsam, das alles.

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Untertitel in Serien: Warum ein Handyman nicht immer ein Telefon in der Hand halten muss

Dieses Mal richte ich den Blick etwas von Papier und Bildschirm hin zum Fernsehen: Das Serienangebot per Stream, zum Beispiel über Netflix, macht es möglich, die Folgen in der Originalsprache anzusehen. Wenn man sich nicht hundertprozentig sicher ist – es hat seinen Grund, warum ich mich nie an Übersetzungen versucht habe – sind die Untertitel eine schöne Möglichkeit, nicht die Hälfte der Serie inhaltlich zu verpassen. Aber sie sind auch eine reiche Fehlerquelle. Ich weiß nicht genau, wie und wo die Untertitel hergestellt und ob sie korrigiert werden.

Bei der Serie Ray Donovan gab es, was die Untertitel betrifft, einen unglaublichen Qualitätsverlust zwischen der 1. und 2. Staffel. Auf einmal gab es jede Menge Rechtschreibfehler, fehlende Buchstaben und ganz auffällige Patzer. Ein großes Problem, das übrigens beinahe alle Serien aus dem Englischen betrifft, ist auch die Verwendung von Personalpronomen im 2. Fall und in der Höflichkeitsform. Hier braucht es für eine korrekte Übersetzung oft ein inhaltliches Verständnis bzw. ein Gespür für die Szene. Und manchmal würde es auch einfach reichen, auf Kontinuität zu achten, damit Figuren sich nicht duzen, siezen und wieder duzen.

Der Fehler, auf den ich aber eigentlich hinauswill, ist von einer anderen, eigenwilligen Schönheit. Manchmal will man vielleicht gar nicht mehr glauben, dass man im Englischen zu einem Mobiltelefon nicht Handy, sondern zumeist mobile (phone) oder cell (phone) sagt. So jedenfalls erkläre ich mir das Folgende: In der Serie House of Cards repariert irgendwo in der zweiten Staffel der Leibwächter des Protagonisten Frank Underwood ein kaputtes Rudergerät und Underwood lobt ihn schließlich für seine vielen Qualitäten, u. a. als Handyman, in diesem Kontext also etwa Hand- oder Heimwerker. Im Untertitel wird Handyman jedoch mit Handyexperte übersetzt. Ein Fehler, der sich durchaus schnell aus der simultan genutzten Vielzahl von englischen und deutschen Begriffen für ein und dieselbe Sache ergibt. Interessanterweise steht der Begriff Handyman aber sogar im Duden und wird „scherzhaft“ für einen „Bastler“ oder „Heimwerker“ verwendet. Der Eintrag inklusive Herkunft findet sich auf http://www.duden.de/rechtschreibung/Handyman.