Zu zweit und doch immer allein: das einfache Anführungszeichen

Wäre man ein einfaches bzw. ein halbes Anführungszeichen, würde man wahrscheinlich ziemlich schnell eine Depression entwickeln: Im Gegensatz zu anderen taucht man überall allein auf, muss sich dauernd unterordnen und wird überhaupt wenig gebraucht. Vielleicht geben viele Menschen ihm deshalb unterbewusst eine zweite Chance und setzen es überall dort ein, wo es nicht hingehört. Der heutige Beitrag ist eigentlich zu kurz für eine Zusammenfassung. Trotzdem gibt es einen Merksatz in der Karacho-Box. Der Lektor liebt die Regelmäßigkeit.

Eigentlich ist es ganz einfach: Das einfache Anführungszeichen dient dazu, Hervorhebungen in wörtlicher Wiedergabe zu kennzeichnen. Es steht also immer nur innerhalb von doppelten Anführungen: „Stell Dir vor, gestern hat der Jonny doch ‚Du fauler Hund‘ zu mir gesagt.“ Da dieser Fall, zum Beispiel in wissenschaftlichen Arbeiten, eher selten vorkommt, taucht das einfache Anführungszeichen ganz schnell in anderen Kontexten auf. Bestimmte Begriffe und Formulierungen werden in einfache Anführungszeichen gesetzt, um sie zu kennzeichnen, dabei sind auch dafür die doppelten Anführungszeichen vorgesehen: Der Begriff „Buchtelkunde“ ist mir nicht bekannt.

Auch Eigen- und Markennamen können mit Anführungszeichen verdeutlicht werden

Ebenso verhält es sich mit bestimmten Eigen- und Markennamen oder Werktiteln. In wissenschaftlichen Arbeiten lassen sich solche Namen aber auch sperren oder in Kursivschrift setzen. Im Werbelektorat findet sich häufig die durchgängige Großschreibung vom Firmen- und Produktnamen. Dies ist zwar in der Rechtschreibung so nicht vorgesehen (stattdessen gibt es die Option Kapitälchen), wird aber als Kundenvorgabe akzeptiert. Am ehesten achtet man als Lektor dann auf die Einheitlichkeit der Schreibweisen und ihre durchgängige Umsetzung.

Harte Fakten: Die Zusammenfassung am Karacho-Montag

Einfache bzw. halbe Anführungszeichen werden nur innerhalb von Zitaten bzw. Anführungszeichen gesetzt. Ihr Gebrauch richtet sich dabei nach den Regeln, die für Anführungszeichen gelten.
Er hat folgendes gesagt: „Der Schiller hat den Goethe ja auch in seinem ‚Erlkönig‘ verwurstet.“

 

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