Zwei Leuchttürme nebeneinander, davor ein Kornfeld.

Insel, Berge: Urlaubszeit

Der Karacho-Montag am Mittwoch als Urlaubsspezial. Unter anderem für alle Inselurlauber, die beim Grußtext auf der Postkarte ins Straucheln kommen.

Obwohl es diesen Sommer regelmäßig heiß, kalt, trocken und nass ist und es nur zwischenzeitlich sehr heiß war, ist es vielleicht das Klügste, die Nerven noch ein bisschen zu schonen. Zumindest so lange, bis es im Herbst mit frischem Wind weitergeht. Das beziehe ich auch durchaus auf mich selbst. Darum gibt es heute ein paar schweifende Gedanken zu Urlaubsorten und ihrer Einordnung in die Grammatik.

Wann ist man reif genug für die Insel?

Ein innig geliebter Slogan ist die Wendung „reif für die Insel (sein)“. Das lässt sich leicht bei Google nachvollziehen. Warum und wann man genau reif für die Insel ist, ob man noch knackig oder wirklich schon weichlich zerdrückt sein sollte, scheint nicht zu hundert Prozent geklärt. Bekannt ist nur, dass der Titel „Reif für die Insel“ im Jahr 1982 von Peter Cornelius, einem österreichischen Liedermacher, veröffentlicht wurde. Und: dass hierbei natürlich nicht die Verkehrsinsel gemeint ist, laut Digitalem Wörterbuch der deutschen Sprache „ein kleiner Platz auf der Fahrbahn für Fußgänger“. Außerdem erfährt man im Wörterbuch, dass der Begriff Insel sich gegen die „landschaftlich gebundenen Synonyme Eiland und Werder“ durchgesetzt hat. Reif für das Eiland, reif für den Werder klingt aber auch ganz schön.

Vom Eiland hinauf ins Gebirge – und wieder zurück

Vermutlich sind Insel und Strand ganz einfach mit dem süßen Nichtstun verbunden, ein Gegenentwurf zum Aktivurlaub also. Das Gebirge muss nicht zuletzt deswegen ohne jede Reife seiner Urlauber auskommen. Dafür fährt man nicht auf die Berge, sondern in die Berge – genau wie ins Gebirge. Bei Inseln liegt die Sache etwas anders: Man fährt auf eine Insel, wenn die Insel einen Artikel im Eigennamen hat, man fliegt auf die Malediven, auf die Balearen. Aber man fährt oder fliegt nach Rügen, Usedom, Jamaika.

Eine Karte von Usedom, eine aus Sri Lanka

Und wenn man erstmal dort ist, verbringt man seine Ferien auf Sylt, aber auf oder in Jamaika. Ist der Inselname zugleich auch Ländername, sind nämlich beide Varianten möglich. Will man eine Postkarte mit Grüßen verschicken, so kann sie aus dem gleichen Grund von oder aus Jamaika kommen, aber nur von Rügen. Während ein guter Rum also aus (dem Staat) Jamaika kommt, kommt der gute Sanddornlikör von (der Insel) Rügen.

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